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Die Autoimmunhepatitis im Kindesalter ist
eine seltene Erkrankung. Der Verlauf ist stets chronisch und verläuft
bei vielen Kindern und Jugendlichen progredient. Da aufgrund der
Seltenheit der Erkrankung auswertbare Daten zur Diagnostik und Therapie
sowie zur Prognose nur durch die Betrachtung einer größeren
Zahl von Patienten möglich ist, sollen die Daten über
ein Register zentral erfasst werden.
Im Folgenden ist der aktuelle Wissensstand
zusammengefasst:
Definition

Die Autoimmunhepatitis ist eine morphologisch als chronisch aktive
Hepatitis in Erscheinung tretende Lebererkrankung unklarer Genese
mit fortschreitender Zerstörung des Leberparenchyms. Aufgrund
einer gestörten Immunreaktivität kommt es zum Toleranzverlust
gegen Eigenantigene von Zellstrukturen. Auf der Basis zirkulierender
Autoantikörper lassen sich verschiedene Untergruppen voneinander
abgrenzen. Die 2 Hauptgruppen sind durch den Nachweis von antinukleären
Antikörpern (ANA) und Antikörpern gegen glatte Muskulatur
(SMA) oder lösliches Leberantigen (SLA) einerseits und durch
Antikörper gegen mikrosomales Leber- und Nierenantigen (LKM)
andererseits charakterisiert . Manche Autoren bezeichnen die
SLA-positive Autoimmunhepatitis auch als Typ 3. Die Autoimmunhepatitiden sprechen
in der Regel gut auf eine immunsuppressive Therapie an. Unbehandelt
entwickelt sich in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit
eine Leberzirrhose.
Ätiologie
und Pathogenese

Die Ätiologie der Autoimmunhepatitis ist bisher nicht geklärt.
Aufgrund einer gestörten Immunreaktivität kommt es zum
Toleranzverlust gegen Eigenantigene von Zellstrukturen. Mehrere
humorale Antikörper gegen verschiedene Autoantigene der Leberzelle
sind charakterisiert. Für den Einfluss genetischer Faktoren
spricht die Assoziation mit den humanen Leukozytenantigenen B8,
B14, DR3 und DR4 in 70 - 80% der Fälle. Untersuchungen verschiedener
Lymphozytenpopulationen zeigten eine Überaktivität von
B-Lymphozyten mit entsprechender polyklonaler Hypergammaglobulinämie
und hohen Konzentrationen spezifischer antiviraler Antikörper.
In diesem Zusammenhang werden vorausgegangene Virusinfektionen
als Auslöser für eine Autoimmunhepatitis diskutiert.
So wurde insbesondere über Fälle nach Masern, Herpesinfektionen
und Hepatitis A berichtet. Es ließen sich z. B. Aminosäurenhomologien zwischen
dem Hauptantigen der LKM-Antikörper, dem Epitop des P450-11D6-Cytochroms,
und dem JE- 1 75-Protein des Herpes-simplex-I-Virus feststellen.
Darüber hinaus können bei einigen wenigen Patienten
Autoantikörper im Rahmen einer chronischen Hepatitis C und
D nachweisbar sein.
Autoantikörper
der Autoimmunhepatitis Typ I

Antinukleäre Antikörper (ANA)

Antinukleäre Antikörper waren die ersten Autoantikörper,
die im Zusammenhang mit einer chronischen Hepatitis beschrieben
wurden und zunächst zu dem Begriff der lupoiden Hepatitis
führten. Es gibt für die Autoimmunhepatitis keine spezifischen
Subtypen der ANA. Der Nachweis wird mit der indirekten Immunfluoreszenz
geführt. Die Peripherie des Zellkerns lässt sich
dabei homogen oder gesprenkelt anfärben.
Antikörper gegen
glatte Muskulatur (SMA)

SMA können in geringem Titer auch als unspezifischer Marker
bei gesunden Kindern auftreten. Bei einer Autoimmunhepatitis Typ
I kommt der Antikörper in der Regel zusammen mit ANA vor,
können aber auch isoliert nachweisbar sein.
SMA sind gegen die Aktinfilamente (F-aktin) des Zytoskeletts gerichtet.
Antikörper gegen
lösliches Leberantigen (SLA)

Ein weiterer Antikörper, der bei Autoimmunhepatitiden
nachgewiesen werden kann und aufgrund eines ähnlichen klinischen
Verlaufs dem Typ 1 (von manchen als Typ 3 bezeichnet) zugerechnet wird, ist ein Antikörper gegen
lösliches Leberantigen (SLA). Dabei handelt es sich um Antikörper
gegen die Zytokeratine 8 und 18 des Hepatozyten2,.
Autoantikörper
der Autoimmunhepatitis Typ II

Autoantikörper
gegen mikrosomale Antigene (LKM)

Diese Antikörper sind gegen die zytoplasmatische Membran
des endoplasmatischen Retikulums der Hepatozyten gerichtet. Biochemische
und molekularbiologische Untersuchungen identifizierten das Antigen
als CytochromP450-IID6 (LKM-1). Dieses Cytochrom dient der Metabolisierung
zahlreicher Medikamente wie ß-Blocker und Antiarrhythmika.
Weitere LKM-Antikörper wurden bei einer durch Ticrynafen
induzierten toxischen Hepatitis und bei einem Teil der Patienten
mit Hepatitis D beschrieben. Im ersten Fall handelt es sich bei
dem Antigen um das Cytochrom P450-IIC9 (LKM-2). Die Bestimmung
von LKM-1-Antikörpern kann mittels Elisa durchgeführt
werden und hat eine hohe Spezifität.
Antikörper gegen
Leberzytosol (anti-LC1) werden ebenfalls dem Typ II zugerechnet.
Desweiteren sind Antikörper gegen den
humanen Asialoglykoproteinrezeptor (ASPGR) bei Autoimmunhepatitiden
gefunden worden. Der ASPGR ist ein leberspezifischer Rezeptor,
der an der Hepatozytenoberfläche exprimiert wird.
Sie sind bei Kindern noch unzureichend untersucht.
Hepatitis
C und Autoantikörper

Mit der Einführung der serologischen
Diagnostik der Hepatitis C hat sich gezeigt, daß bei einem
Teil der Patienten mit einer chronischen Infektion LKM-1-Antikörper
nachgewiesen werden können. Dies gilt durchaus auch für
das Kindesalter. Da es für die Therapie von äußerster
Bedeutung ist, zwischen einer chronischen, viral induzierten Hepatitis
C und einer Autoimmunhepatitis zu unterscheiden, müssen im
Rahmen der Diagnostik anti-HCV-Antikörper und anti-LKM-1
bestimmt werden. Im positiven Fall kann nur die Bestimmung der
HCV-RNA mittels der Polymerasekettenreaktion die Differenzierung
herbeiführen. Bei Nachweis von HCV-RNA liegt eine Hepatitis
C mit aktiver Virusreplikation vor, und es ist gegen eine immunmodulierende Behandlung mit
(peg-)Interferon nichts einzuwenden.
Wenn hingegen der Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis besteht,
darf das Immunsystem keinesfalls mit Interferon aktiviert, sondern muss mit Steroiden supprimiert werden.
Aufgrund des Autoantikörpernachweises
kann man 2 Hauptformen der Autoimmunhepatitis unterscheiden. Bei
der früher als klassische Form bezeichneten Autoimmunhepatitis
(Typ 1) lassen sich ANA und/oder SMA nachweisen. Außerdem wird
auch eine SLA positive AIH aufgrund des ähnlichen klinischen
Verlaufs dem Typ I zugerechnet. Die Autoimmunhepatitis Typ
2 ist durch den Nachweis von LKM-1/LC1-Antikörpern charakterisiert.
Das Antikörperspektrum kann variabel
sein und sich im Verlauf der chronischen Erkrankung ändern.
Epidemiologie
und klinische Befunde

Die Autoimmunhepatitis ist eine seltene Erkrankung. Man rechnet
in Nordeuropa mit einer Prävalenz von 170 Erkrankungen auf
1 Mio. Einwohner. Es besteht eine Mädchenwendigkeit mit einem
Verhältnis Mädchen zu Jungen von etwa 2,5:1. Der Typ 1
ist bei Kindern die häufigste
Form mit etwa 65% im Vergleich zu 25% Typ 2 mit einer LKM-1-positiven Autoimmunhepatitis.
Manifestationen vor dem 2. Lebensjahr sind sehr selten. Der
Altersgipfel liegt beim Typ 1 zwischen 11 und 16 Jahren. In der
LKM-1-positiven Gruppe ist das Erkrankungsalter einigermaßen
regelmäßig verteilt. Es können auch schon Kinder im
Säuglings- und Kleinkindalter betroffen sein.
Die Erkrankung tritt akut oder mit schleichendem
Beginn in Erscheinung. 15% der Patienten sind asymptomatisch.
In einigen Fällen kann die Hepatitis unter dem klinischen
Bild einer fulminanten Hepatitis einsetzen. Bei jedem akuten Leberversagen muss daher an eine Autoimmunhepatitis gedacht werden, da
eine rasche immunsuppressive Behandlung den deletären Verlauf
verhindern kann.
Die häufigsten uncharakteristischen Krankheitszeichen
sind Anorexie, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Übelkeit
und Erbrechen. Seltener kommen Fettintoleranz, Juckreiz, Bauch-
und Kopfschmerzen, Nasenbluten, Diarrhö und helle Stühle
vor. Nicht selten tritt im Anfangsstadium Fieber auf. Konstantere
klinische Befunde sind jedoch Hepato- und Splenomegalie. Ein Ikterus
tritt in ca. 60% der Fälle auf. Ebenfalls können
lebertypische Hautveränderungen wie Spider naevi und Palmarerythem
in Erscheinung treten. 3050% der Patienten haben extrahepatische
immunologische Begleiterkrankungen wie Arthralgien oder Arthritiden,
Glomerulopathien, Hämaturie, hämolytische Anämie,
Thyreoiditis, Diabetes mellitus Typ1, Hypoparathyreoidismus, Urtikaria,
Vitiligo oder Iridozyklitis. Die extrahepatischen Begleiterkrankungen
scheinen in der LKM-positiven Untergruppe etwas häufiger
vorzukommen.
Biochemische
und immunologische Befunde

Neben einer mäßig bis stark beschleunigten BSG findet
sich meistens eine relative Lymphozytose. Die Serumtransaminasen
und die GLDH sind auf das 3-40fache, manchmal l00fache der oberen
Norm erhöht. Die gamma-GT und alkalische Phosphatase sind bis
auf das 10- bzw. 3fache der Norm erhöht. Ein charakteristischer
Befund ist die z. T. sehr ausgeprägte Erhöhung der
gamma-Globuline
und des IgG (>20 g/l). Bei LKM-positiven Verläufen (Typ
2) werden auch normale Immunglobulinkonzentrationen beobachtet.
Die Serum-IgA-Konzentrationen können erniedrigt sein.
Die laborchemischen Zeichen der Cholestase
sind unterschiedlich ausgeprägt. Die gemischte Hyperbilirubinämie
schwankt zwischen 3 und 12 mg/dl. Die Serumgallensäuren sind erhöht. Bei hoher Krankheitsaktivität
oder bei Vorliegen einer Leberzirrhose können eine Hypoproteinämie
und Erniedrigung der Gerinnungsparameter vorliegen.
Histologie

Die histologische Untersuchung mit Leberbiopsie ist
obligatorisch.
Das morphologische Bild der Autoimmunhepatitis entspricht einer
chronisch aktiven Hepatitis. Das Ausmaß der entzündlichen
Aktivität variiert, doch finden sich meistens erhebliche
entzündliche Infiltrate mit periportalen oder periseptalen
Mottenfraßnekrosen und beginnenden Umbauzeichen. Häufig
entwickelt sich rasch eine vom Aspekt her makronoduläre Leberzirrhose,
oder sie liegt bereits bei Diagnosestellung vor. Vielfach werden
zahlreiche Plasmazellen und die Ausbildung von Leberzellrosetten
beobachtet; pathognomonische Veränderungen für die Autoimmunhepatitis
gibt es jedoch nicht.
Nach unseren bisher vorliegenden Daten bei
Kindern beträgt die Fibrose- und Leberzirrhosehäufigkeit bei Diagnosestellung
je nach Typ 30% bis 65%. Die unterschiedliche
Ausprägung mag mit den häufig uncharakteristischen Krankheitszeichen,
dem diagnostischen Tempo, möglicherweise aber auch mit der
unterschiedlichen Progredienz der Erkrankung im Einzelfall zusammenhängen.
Histologische Verlaufskontrollen unter immunsuppressiver Therapie
zeigten, dass das Fortschreiten des Leberumbaus bei unter
der Behandlung normalen Leberfunktionsproben gestoppt oder zumindest
reduziert werden kann. In Einzelfällen wird auch eine deutliche
Besserung der Leberhistologie unter der Therapie beobachtet.
Diagnose

Die Diagnose stützt sich auf die zusammenfassende Bewertung
von klinischem Bild, biochemischen, immunologischen und histologischen
Befunden. Bei Nachweis von erhöhten Serumtransaminasen, Hyperbilirubinämie,
deutlicher Hypergammaglobulinämie mit hohem IgG, humoralen
Autoantikörpern, HLA B8, DR3, DR4 sowie histologischem Bild
einer chronisch aktiven Hepatitis kann die Diagnose einer Autoimmunhepatitis
als weitgehend gesichert angesehen werden. Für die Autoantikörper
ANA, SMA, SLA und LKM- 1 gelten mit indirekter Immunfluoreszenz
bestimmte Titer bei Erwachsenen von mehr als 1:80 als diagnostisch
relevant (grenzwertig zwischen 1:40 - 1:80), während bei
Kindern bereits Titer von über 1:20 - 1:40 als ausreichend angesehen werden.
Die für die Diagnosesicherung einer chronischen
Virus-Hepatitis geforderte 6-monatige Verlaufsbeobachtung ist unter
dem Aspekt der raschen Progredienz der Erkrankung bei sicherer
Diagnose hier keinesfalls anzuwenden. Da sich unter der immunsuppressiven
Therapie die Serumtransaminasen in den meisten Fällen normalisieren,
darf dies als weitere Bestätigung der Diagnose gewertet werden.
Differentialdiagnostisch sind akute und chronische
Hepatitiden durch hepatotrope Viren auszuschließen (Hepatitisviren
A, B, C, D, E, EBV-, CMV-, HSV- und Coxsackie-B-Virus). Unter
den metabolischen Erkrankungen muss in erster Linie an den
alfa-1-Antitrypsin-Mangel und Morbus Wilson sowie an toxische
Ursachen gedacht werden. Eine primär sklerosierende Cholangitis
muß ebenfalls erwogen werden. Empfehlenswert zum
sicheren Ausschluß ist die
Darstellung der extra- und intrahepatischen Gallenwege mittels
der Magnetresonanz-Cholangiographie (MRC) und in Ausnahmefällen
mit der ERC. Eine zwingende
Indikation stellt die assoziierte Kolitis dar.
Therapie

Die Wirksamkeit einer immunsuppressiven Behandlung ist bei Erwachsenen
und Kindern belegt.
In der Regel wird eine Kombinationstherapie
mit Glukokortikoiden und Azathioprin durchgeführt. Gegenüber
der Monotherapie kommt es zu einer deutlichen Einsparung von Glukokortikoiden,
und die unerwünschten Nebenwirkungen lassen sich weitgehend
vermeiden. Wird nur mit einem Steroid behandelt, muss um
so sorgfältiger auf unerwünschte Wirkungen des Medikaments
geachtet werden. Die Erhaltungsdosis ist individuell verschieden
und bei jüngeren Kindern relativ höher. Sie sollte so
gewählt werden, dass die Serumtransaminasen und gamma-Globulin-Konzentration
normal bleiben. Die Azathioprindosis sollte unverändert belassen
und im Laufe der Zeit dem zunehmenden Körpergewicht angepasst
werden.
Die meisten Autoren dosieren Prednison oder
Prednisolon mit 2 mg/kg/Tag (maximal 60 mg/Tag) und Azathioprin
mit 1,5 - 2 (- 3) mg/kg/Tag. Es ist mit der Behandlung sofort nach
Diagnosestellung zu beginnen und nicht einige Monate zur Bestätigung
der Chronizität der Erkrankung zuzuwarten. In Abhängigkeit
vom Verlauf bzw. nach klinischer und biochemischer Besserung oder
Normalisierung innerhalb von 3-8 Wochen erfolgt über 2-3
Monate eine stufenweise Reduktion auf eine Erhaltungsdosis von
0,1 - 0,25 mg/kg/Tag Prednison. Eine Remission sollte innerhalb
von drei Monaten erreicht sein.
Wenn nur mit einem Steroid behandelt wird,
reduziert man die Dosis nach der Normalisierung der Serumtransaminasen
auf eine individuelle Erhaltungstherapie. Liegen die Transaminasen
nach 3 Monaten nicht im Normalbereich, sollte dann die Steroidtherapie
auf jeden Fall
erweitert werden.
80-95% der pädiatrischen Patienten reagieren
auf eine immunsuppressive Behandlung mit einer Besserung oder
Normalisierung der klinischen und biochemischen Befunde. Bei Nichtansprechen
sollte ein Versuch mit Cyclosporin unternommen werden.
Alternativ kann auch Mycophenolat mofetil versucht werden.
Es gibt keine verbindlichen Richtlinien über
die Dauer der initialen Therapie. Die Erfahrungen zeigten jedoch,
dass die Rezidivrate nach Therapieende sehr hoch ist. Es
wird daher ein Behandlungszeitraum von mindestens (3 -) 5 Jahren empfohlen,
bevor ein Auslassversuch unternommen werden sollte. Vor Absetzen
der Medikation sollte eine Kontrolleberbiopsie bei normalen Serumtransaminasen
durchgeführt werden, um eine tatsächliche Inaktivität
der Entzündung zu dokumentieren. Zumindest muss diese
indiviudell diskutiert werden. Sehr viele Kinder müssen
länger als 10 Jahre medikamentös behandelt werden. Unter
der Behandlung müssen steroidbedingte Nebenwirkungen regelmäßig
kontrolliert werden. Neben Wachstumsretardierung, Osteoporose
und arterieller Hypertonie kann es auch zu einem insulinpflichtigen
Diabetes mellitus kommen. Ophthalmologische Kontrolluntersuchungen
müssen durchgeführt werden.
Eine erste Studie zur Remissionsinduktion
mit Budesonid in Kombination mit Azathioprin deutet darauf hin,
dass die steroidinduzierte Nebenwirkungsrate geringer sein könnte.
Man muss abwarten, welche Rolle das Medikament in der
Induktionstherpaie in Zukunft spielen wird. Unter kontrollierter
Steuerung lassen sich auch mit Prednisolon die Nebenwirkungen im
überschaubaren Rahmen halten.
Über die Hälfte der Kinder mit einer
Autoimmunhepatitis haben bei Diagnosestellung sonographisch Zeichen einer portalen
Hypertension. Im Langzeitverlauf muss auf die Entstehung
von Ösophagusvarizen geachtet werden.
Prognose

Unter suffizienter immunsuppressiver Therapie beträgt die
Fünfjahresüberlebensrate über 90%. Trotz konsequenter
Behandlung geht die Erkrankung bei vielen Patienten in eine Leberzirrhose
über. In Einzelfällen kann ein hepatozelluläres
Karzinom auftreten.
Langfristig wird sich bei vielen Kindern mit
einer progredienten Erkrankung eine Lebertransplantation im frühen
Erwachsenenalter nicht vermeiden lassen. Indikationen sind neben
einer progredienten Leberinsuffizienz auch Komplikationen durch
einen zunehmenden portalen Hochdruck und der Nachweis eines hepatozellulären
Karzinoms. Die Rezidivrate nach erfolgreicher Transplantation
liegt bei einem Drittel der Patienten.
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