Prof. Dr. Stefan Wirth
Dr. Philip Wintermeyer
Zentrum
für Kinder- und
Jugendmedizin
HELIOS Klinikum Wuppertal
Universität Witten/Herdecke
Heusnerstr. 40,
42283 Wuppertal
Tel.:
0202-896 3833,
Fax: 0202-896 3834,
eMail: stefan.wirth@helios-kliniken.de
Hepatitis
B - Klinik
Klinik Die akute HBV-Infektion manifestiert sich
häufig klinisch inapparent mit unspezifischen Krankheitssymptomen
und wird relativ selten diagnostiziert. In <0,5% der Infektionen
kann es zu einer fulminanten Hepatitis kommen. Eine größere
Zahl fulminanter Verläufe wird bei Säuglingen von anti-HBe
positiven Müttern beobachtet, die keine Simultanimpfung erhielten.
Bei diesen kommt es oft im Alter von 3-4 Monaten zu einem Leberversagen
mit unbehandelt hoher Mortalität. In diesen Fällen ist eine
Therapie mit Lamivudin indiziert. Nach persönlichen Erfahrungen kann
die Mortalität damit gesenkt werden.
Auch die chronische Infektion wird oft zufällig
oder nur aufgrund erhöhter Transaminasen entdeckt. Ausgeprägte
klinische Zeichen der Leberschädigung werden selten beobachtet.
Dies liegt gerade im Kindesalter an der meist niedrigen Krankheitsaktivität
der Infektion. Eine Gefahr geht vielmehr von der langfristigen
Schädigung aus, die in der Leberfibrose, Zirrhose und dem hepatozellulären
Karzinom liegt. Das Leberzirrhoserisiko liegt im Kindes- und Jugendalter
zwischen 5 und 10%.
Extrahepatische Manifestationen wie
Glomerulonephritis, Arthritiden oder Periarteriitis nodosa sind
selten.